Alf Lechner Museum Ingolstadt – Umbau einer Werkhalle

Projektdaten

Titel:
Umbau einer Werkhalle

Auftraggeber:
Stiftung Museum Alf Lechner
Alf und Camilla Lechner
Stadt Ingolstadt
Günther Herold
Peter Menges
Hochbauamt

Leistung:
Lph 1-9

Ausführungszeit:
04.1999 – 02.2000

Anrechenbare Baukosten:
€ 920.000,-

Mitarbeiter:
Ralf Emmerling
Sieglind Neyer

Fotos:
Zooey Braun, Stuttgart
Michael Heinrich, München

Auszeichnungen:
Deutscher Fassadenpreis 2001
Kategorie Sanierung

Deutscher Architekturpreis 2003
Anerkennung

Piranesi-Preis
Nominierung Bayern

Publikationen (Auswahl):

  • „Sechs neue Museen in Bayern“ –
    Wasmuth-Verlag  2012
  • „Bauen im Bestand“ –
    Birkhäuser-Verlag mit Detail 2003
  • „Architektur neues Bayern“ –
    Nicolette Baumeister
    Verlagshaus Braun 2005

Projektbeschreibung

Für die Stiftung Alf Lechner fand sich ein ehemaliges Fabrikationsgebäude inmitten einer bereits vorhandenen bzw. prosperierenden städtebaulichen Situation am Ortsrand der Altstadt.

Das Werk Alf Lechner, bestehend aus grossvolumigen Stahlplastiken, kann imErdgeschoss, die Modell – und Grafiksammlung im mit Oberlichten ausgestatteten Obergeschoss ideal untergebracht werden.

Aufgabe war es somit, das ästhetisch bedeutungslose Gebäude in einen adäquaten Ausstellungsort für die Werke Lechners umzuwandeln.

Getragen wurde diese Konzeption von der Auffassung, dem Bauwerk eine grosse Aussagekraft in Bezug auf den Inhalt zu geben, gleichzeitig jedoch der äusseren Erscheinung eine hohe architektonische Qualität zu verleihen und das Gebäude selbst im Ausdruck als Ausstellungsort für moderne Kunst eindeutig zu identifizieren.

Diese Überlegungen führten dazu, das vorhandene Bauwerk mit einer geringstmöglich strukturierten, neutralen Metallhaut zu verkleiden.

Die notwendigen Öffnungen, die für nicht öffentliche Erfordernisse nötig sind, werden flächenbündig im gleichen Material wie die Fassadenhaut eingebaut.Die vorhandene Baustruktur wird somit an den Aussenseiten, an den beiden Längs – und einer Querfläche geschlossen. Die bisherige Fassadenstruktur, bestehend aus den verschiedenen Fenstergrössen und – öffnungen, ist nicht mehr spürbar. An der Nordseite erhält das vorhandene Gebäude im gleichen Querschnitt des äusseren Kubus eine Ganzglasfassade, die die Eingangs – und Erschliessungsfunktion sowohl von ausserhalb wie auch innerhalb zwischen den beiden Geschossen durch eine filigrane Treppenanlage übernimmt.

Das Gebäude öffnet sich somit zu den öffentlichen Grün bereichen und erschliesst sich mit seinem Inhalt gleichermassen Besuchern und Passanten.

Durch die radikale Reduzierung architektonischer Gestaltungsformen und die Minimierung von Ausdrucksmitteln sollen die Kunstwerke, für die das Bauwerk nunmehr genutzt bzw. geschaffen wurde, weitestgehend zur Selbstdarstellung gelangen.